Geschichte des Planteurhauses
Erbaut im Jahre 1802 von Wilhelm Christian von dem Bussche (*1750, †1817) als Schlossbesitzer von Walbeck

Baustil: Klassizistische Villa im Stile Palladios (*1508, †1580) eine architektonische Rarität in der Region.

Im Dienste der holländischen Armee machte sich der junge Offizier Wilhelm Christian von dem Bussche über den Obstbau in Walbeck nach seiner Rückkehr Pläne und Gedanken. Er verpflichtete einen Planteur (Baumschulist) und brachte ihn 1790 bereits nach Walbeck. Dieser legte eine Baumschule im Tal der Walbke Richtung Wiederstedt an.

1802 erbaute er wie versprochen diese klassizistische Villa als Sitz des Planteurs zu Walbeck. Mit vielen Helfern wurden die Obstbäume gezogen, geschult und dann in die Hänge von Walbeck gepflanzt. 1817 gab es bereits 20.000 Obstbäume in der Gemarkung Walbeck.

Das Planteurhaus ist im Tal der Walbke eingebettet. Man möchte kaum glauben, dass man im Mansfelder Land weilt. Es ist der Eingangstempel eines großen Landschaftsparks. Ein Teich lädt zum Verweilen ein.

Die Sonnenterrasse des Planteurhauses lädt zum Verweilen ein. Hier ist der Blick auf die ehemalige Baumschule frei. Mit etwas Phantasie kann man sich vorstellen, wie auf der Terrasse die Obstbäume heranwuchsen. Es waren Kirschen- süß/sauer, Pflaumen-, Apfel-, Birnen-, Mirabellenbäume. Diese wurden von Obstpflückern, „Öbster“ genannt, bewirtschaftet. Es waren selbstständige Leute, die ihr Obst pflückten und gemeinsam vermarkteten.
Wie aus dem Archiv bekannt wurde, hatte Walbeck auch vorübergehend die Erlaubnis zum Brennen von Schnaps.

Der Planteur sorgte für die Pflege, verwaltete die Plantagen und überwachte sie bis zur Ernte. Er rechnete im Herbst mit den Öbstern ab.